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Das Thema verstehen

Das menschliche Fortpflanzungssystem umfasst die primären und sekundären Geschlechtsorgane, die Gameten bilden und Sexualhormone produzieren. Bei der Frau steuern Hypothalamus, Hypophyse und Eierstöcke den Menstruationszyklus, bei dem ein Follikel reift und ein Eisprung ausgelöst wird. Beim Mann finden die Spermienproduktion in den Hoden statt. Nach der Befruchtung der Eizelle nistet sich die Zygote in der Gebärmutter ein und entwickelt sich über Embryonal- und Fetalphase bis zur Geburt.

Männliche und weibliche Gameten im Vergleich
Spermien und Eizellen unterscheiden sich grundlegend in Größe, Anzahl und Entstehung. Spermien sind winzig, beweglich und werden ab der Pubertät kontinuierlich in den Hoden produziert; ein einzelner Ejakulat enthält Millionen davon. Eizellen sind dagegen die größten Zellen des menschlichen Körpers, unbeweglich und werden nicht neu gebildet: Die Vorstufen werden bereits vor der Geburt angelegt, reifen aber erst im Laufe des Lebens einzeln heran. Beide Gameten entstehen durch Meiose und besitzen daher nur 23 Chromosomen. Erst ihre Verschmelzung stellt den vollständigen Chromosomensatz von 46 wieder her und bestimmt zugleich das genetische Geschlecht des Kindes.

Der Menstruationszyklus als hormoneller Regelkreis
Der Zyklus ist ein Beispiel für Rückkopplung zwischen Gehirn und Eierstöcken. FSH aus der Hypophyse lässt mehrere Follikel reifen, von denen in der Regel einer dominant wird. Das wachsende Follikelgewebe produziert Östrogen, das die Gebärmutterschleimhaut aufbaut. Ein hoher Östrogenspiegel löst über eine positive Rückkopplung den LH-Anstieg aus, der den Eisprung etwa 24 bis 36 Stunden später bewirkt. Nach dem Eisprung bildet sich der Gelbkörper, der Progesteron ausschüttet und die Schleimhaut befruchtungsfähig hält. Bleibt eine Befruchtung aus, sinkt der Hormonspiegel, und die Schleimhaut wird abgestoßen. Zyklen sind individuell unterschiedlich lang und nicht immer exakt 28 Tage.

Von der Befruchtung bis zur Geburt
Die Befruchtung findet meist im Eileiter statt, wenn ein Spermium die Eizelle durchdringt und so weitere Spermien abblockt. Die befruchtete Zygote teilt sich während der Wanderung zur Gebärmutter mehrfach und nistet sich dort etwa sechs bis zehn Tage nach dem Eisprung in die Schleimhaut ein. In der Embryonalphase entstehen die Grundstrukturen aller Organsysteme; ab etwa der neunten Woche spricht man von einem Fötus. Die Plazenta übernimmt Sauerstoff- und Nährstoffversorgung sowie die Ausscheidung über den mütterlichen Blutkreislauf. Die Tragzeit dauert im Durchschnitt etwa 40 Wochen ab der letzten Menstruation, mit natürlicher Schwankungsbreite.

Hormone, Pubertät und medizinische Bedeutung
Die Pubertät wird vom Hypothalamus eingeleitet, der GnRH ausschüttet und damit die Hypophyse aktiviert. Die daraus resultierenden Geschlechtshormone entwickeln die sekundären Geschlechtsmerkmale; der Beginn variiert individuell erheblich. Hormonelle Kenntnisse sind auch medizinisch bedeutsam: Verhütungsmittel nutzen die Rückkopplung des Zyklus, um Eisprünge zu unterdrücken, und Verfahren der Fortpflanzungsmedizin wie die In-vitro-Fertilisation umgehen mechanische oder hormonelle Ursachen von Unfruchtbarkeit. Unfruchtbarkeit kann bei beiden Partnern liegen und hat vielfältige Ursachen, sodass eine ärztliche Abklärung im Einzelfall erforderlich ist.

Fragen zur Wiederholung

Wo findet die Befruchtung der Eizelle im Normalfall statt?

In der Regel im Eileiter. Das Spermium trifft dort auf die herabgewanderte Eizelle; erst danach wandert die befruchtete Zygote zur Gebärmutter, wo sie sich einnistet.

Warum werden Eizellen nicht ständig neu gebildet wie Spermien?

Die Vorstufen der Eizellen werden bereits vor der Geburt angelegt und nehmen an Zahl ab, während Spermien ab der Pubertät fortlaufend neu entstehen. Eizellen reifen daher nur aus vorhandenen Vorstufen heran.

Welche Rolle spielen FSH und LH im Zyklus?

FSH stimuliert das Follikelwachstum in den Eierstöcken. Der spätere LH-Anstieg löst den Eisprung aus und fördert die Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper, der Progesteron produziert.