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Das Thema verstehen
Die Perserkriege waren eine Reihe von Auseinandersetzungen zwischen dem persischen Großreich der Achämeniden und griechischen Stadtstaaten, vor allem Athen und Sparta, in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Auslöser waren unter anderem der Ionische Aufstand und die persische Expansion nach Kleinasien und in die Ägäis. Zentrale Ereignisse sind die Feldzüge unter Dareios I. und Xerxes I. sowie Schlachten wie Marathon, Salamis und Plataiai. Die Kriege prägten das Selbstverständnis Athens, den Attischen Seebund und die spätere Rivalität mit Sparta.
Verlauf der beiden großen Feldzüge
Die Perserkriege lassen sich in zwei große persische Feldzüge gliedern. Der erste unter Dareios I. endete 490 v. Chr. mit der Schlacht bei Marathon, in der die Athener die persische Landungstruppe schlugen. Zehn Jahre später startete Xerxes I. einen deutlich größeren Feldzug mit Land- und Seestreitkräften. Nach dem Opfergang der Spartaner an den Thermopylen fiel Nord- und Mittelgriechenland, Athen wurde zerstört. Die Wendung brachte die Seeschlacht von Salamis, gefolgt von den Siegen bei Plataiai und Mykale im Jahr 479 v. Chr., die die persische Bedrohung für das Kernland beendeten.
Herodot als Hauptquelle
Unser Wissen über die Perserkriege beruht vor allem auf den Historien des Herodot, der als Vater der Geschichtsschreibung gilt. Er sammelte mündliche Berichte und Deutungen und schrieb aus griechischer Perspektive, mehrere Jahrzehnte nach den Ereignissen. Seine Angaben zu Truppenstärken gelten in der Forschung als stark übertrieben, und auch die Motive der Beteiligten schildert er teils anekdotisch. Für das Lernen bedeutet das: Chronologie und Schlachtenfolge gelten als gut gesichert, während Zahlen, Ursachen und Einzelheiten kritisch geprüft werden müssen. Persische Quellen zur gleichen Zeit sind kaum erhalten.
Folgen: Seebund und athenischer Aufstieg
Der Sieg über Persien veränderte die griechische Welt nachhaltig. Athen gründete 478/477 v. Chr. den Attischen Seebund, ein Bündnis zur Abwehr weiterer persischer Angriffe, das zunehmend als Instrument athenischer Macht diente. Die Stadt baute ihre Flotte aus, befestigte sich durch die Langen Mauern und stieg zur führenden Seemacht auf. Sparta sah darin eine Bedrohung, was die Spannungen vorwegnahm, die später in den Peloponnesischen Krieg mündeten. Die gemeinsamen Siege stärkten zudem ein panhellenisches Bewusstsein, auch wenn die Stadtstaaten politisch eigenständig blieben.
Begriffliche Einordnung
Der Begriff Perserkriege bezeichnet im engeren Sinn die Feldzüge der Jahre 490 und 480 bis 479 v. Chr. Im weiteren Sinn werden auch der Ionische Aufstand als Vorlauf und die folgenden griechischen Offensiven in Kleinasien dazugezählt. Wichtig ist die Unterscheidung von späteren Konflikten: Der Peloponnesische Krieg war ein Kampf griechischer Staaten untereinander, und der Feldzug Alexanders des Großen gegen Persien liegt über hundert Jahre später. In Prüfungen und Klausuren lohnt es sich, diese Ereignisse klar zu trennen und die Perserkriege als Wendepunkt zwischen archaischer und klassischer Zeit zu verstehen.
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Fragen zur Wiederholung
Warum gilt die Schlacht von Salamis als Wendepunkt der Perserkriege?
In der Seeschlacht von Salamis (480 v. Chr.) besiegte die griechische Flotte unter Führung Athens die zahlenmäßig überlegene persische Flotte in der engen Bucht. Dadurch verlor Xerxes die Kontrolle über die See, konnte Nachschub nicht mehr sicher transportieren und zog sich mit einem Großteil seines Heeres zurück. Das Landheer wurde im Folgejahr bei Plataiai geschlagen.
Welche Rolle spielte der Ionische Aufstand als Auslöser?
Um 499 v. Chr. erhoben sich die griechischen Städte Kleinasiens gegen die persische Herrschaft. Athen unterstützte die Aufständischen mit Schiffen, was Dareios I. als Eingriff wertete und nach der Niederschlagung des Aufstands zum Anlass für seinen Feldzug gegen Griechenland wurde, der 490 v. Chr. in Marathon endete.
Warum sind die Zahlenangaben des Herodot umstritten?
Herodot schrieb Jahrzehnte nach den Ereignissen und stützte sich auf mündliche Überlieferungen. Seine Truppenstärken für das persische Heer, etwa Millionenangaben, halten Historiker für übertrieben, da solche Heere logistisch kaum versorgbar wären. Die Reihenfolge der Schlachten gilt dagegen als gesichert, während konkrete Zahlen in der Forschung geschätzt werden.