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Das Thema verstehen

Biomoleküle sind die chemischen Bausteine aller Lebewesen. Zu den Hauptklassen zählen Kohlenhydrate, Lipide, Proteine und Nukleinsäuren, die jeweils aus charakteristischen Untereinheiten aufgebaut sind und unterschiedliche Aufgaben erfüllen: Energiespeicherung, Strukturbildung, Katalyse von Reaktionen und Speicherung genetischer Information. Die Mindmap zeigt Aufbau, Verknüpfungsreaktionen wie die Kondensation, wichtige Beispiele und die Rolle von Wasser als Reaktionsmedium für diese Moleküle.

Die vier Hauptklassen im Vergleich
Kohlenhydrate bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff im Verhältnis etwa 1:2:1 und dienen vor allem als schnelle Energiequelle sowie als Strukturmaterial, etwa Zellulose in Pflanzenzellwänden. Lipide enthalten überwiegend Kohlenstoff und Wasserstoff und sind wegen ihrer langen, unpolaren Ketten wasserunlöslich; sie speichern Energie konzentriert und bilden Membranen. Proteine sind aus Aminosäuren aufgebaut und die vielseitigste Klasse, da ihre Funktion von der dreidimensionalen Faltung abhängt. Nukleinsäuren schließlich speichern und übertragen Erbinformation. Die Klassen unterscheiden sich damit deutlich in Löslichkeit, Bausteinen und Aufgaben.

Kondensation und Hydrolyse
Große Biomoleküle entstehen durch Kondensationsreaktionen: Monomere werden verknüpft, wobei pro Bindung ein Wassermolekül abgespalten wird. So entstehen aus Glucosemolekülen Polysaccharide, aus Aminosäuren Polypeptide und aus Nukleotiden DNA- oder RNA-Stränge. Der umgekehrte Vorgang ist die Hydrolyse: Mit Aufnahme von Wasser werden die Bindungen gespalten, etwa bei der Verdauung von Stärke zu Glucose oder beim Abbau von Proteinen zu Aminosäuren. Beide Reaktionen verlaufen in Zellen nicht spontan, sondern werden durch Enzyme beschleunigt und durch den Energiehaushalt der Zelle gesteuert. Auf diese Weise baut ein Organismus körpereigene Substanzen auf und zerlegt Nahrungsmoleküle in verwertbare Bestandteile.

Proteinstruktur und Funktion
Die Funktion eines Proteins hängt eng von seiner Struktur ab. Die Primärstruktur ist die Abfolge der Aminosäuren; die Sekundärstruktur entsteht durch Wasserstoffbrücken und umfasst Muster wie alpha-Helices und beta-Faltblätter. Die Tertiärstruktur beschreibt die Gesamtfaltung einer Polypeptidkette, die durch Wechselwirkungen zwischen Seitenketten stabilisiert wird. Aus mehreren Untereinheiten kann zusätzlich eine Quartärstruktur entstehen, wie beim Hämoglobin. Denaturierung durch Hitze oder Säuren zerstört die räumliche Struktur und damit meist die Funktion, ohne die Primärstruktur zu verändern. Deshalb ist die korrekte Faltung eine Voraussetzung für enzymatische Aktivität, Transport und molekulare Erkennung.

Nukleinsäuren und Informationsfluss
DNA besteht aus zwei antiparallelen Strängen, die sich zu einer Doppelhelix winden. Die Basen Adenin und Thymin sowie Guanin und Cytosin paaren sich über Wasserstoffbrücken, was eine zuverlässige Replikation und Reparatur ermöglicht. RNA unterscheidet sich durch den Zucker Ribose und die Base Uracil statt Thymin und liegt meist einzelsträngig vor. Nach dem zentralen Dogma der Molekularbiologie wird Information von der DNA in mRNA umgeschrieben und an Ribosomen in eine Aminosäuresequenz übersetzt. Diese Richtung gilt für die meisten Zellvorgänge, wobei Ausnahmen wie Rücktranskription bei Retroviren existieren.

Fragen zur Wiederholung

Warum sind Fette energiereicher als Kohlenhydrate?

Fettsäuren enthalten deutlich weniger Sauerstoffatome pro Kohlenstoffatom als Kohlenhydrate und sind stärker reduziert. Bei der Oxidation wird daher pro Gramm etwa doppelt so viel Energie frei wie bei Kohlenhydraten. Fette eignen sich deshalb gut als langfristige Energiespeicher, sind aber wegen ihrer Wasserunlöslichkeit weniger schnell mobilisierbar als Glucose.

Was unterscheidet DNA von RNA?

DNA enthält den Zucker Desoxyribose und die Basen Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin; sie liegt meist als doppelsträngige Doppelhelix vor und dient der langfristigen Speicherung genetischer Information. RNA enthält Ribose und statt Thymin die Base Uracil, ist meist einzelsträngig und übernimmt Aufgaben wie Übertragung der Information (mRNA), Transport von Aminosäuren (tRNA) und strukturelle und katalytische Rollen in Ribosomen.

Was passiert bei der Denaturierung eines Proteins?

Bei der Denaturierung gehen die sekundären, tertiären und gegebenenfalls quartären Strukturen verloren, weil Hitze, Säuren, Basen oder Salzkonzentrationen die schwachen Wechselwirkungen stören, die die Faltung stabilisieren. Die Peptidbindungen der Primärstruktur bleiben dabei erhalten. Da die Funktion von der räumlichen Struktur abhängt, verliert ein denaturiertes Enzym typischerweise seine Aktivität; bei manchen Proteinen ist die Faltung reversibel, bei anderen nicht.