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Das Thema verstehen

Empirische und molekulare Formeln beschreiben die Zusammensetzung chemischer Verbindungen auf unterschiedliche Weise. Die empirische Formel gibt das kleinste ganzzahlige Atomverhältnis an, die Molekülformel das tatsächliche Anzahlverhältnis in einem Molekül. Diese Landkarte erklärt beide Begriffe, zeigt den Zusammenhang über die Multiplikationszahl, erläutert die Bestimmung aus Massen- oder Prozentangaben und behandelt typische Beispiele wie Wasser, Glucose und Ethin.

Empirische Formel versus Molekülformel
Die empirische Formel gibt nur das kleinstmögliche ganzzahlige Verhältnis der Atome in einer Verbindung an. Die Molekülformel dagegen beschreibt, wie viele Atome welcher Elemente tatsächlich in einem Molekül enthalten sind. Bei Wasserstoffperoxid lautet die empirische Formel HO, die Molekülformel H2O2. Bei manchen Stoffen fallen beide zusammen, etwa bei Wasser mit H2O. Wichtig ist: Aus der empirischen Formel allein lässt sich die Molekülformel nicht ableiten, weil mehrere Verbindungen dasselbe Verhältnis teilen können. Ethin C2H2 und Benzol C6H6 haben beide die empirische Formel CH, sind aber chemisch völlig verschiedene Stoffe.

Bestimmung der empirischen Formel
Ausgangspunkt sind meist Massenanteile oder Prozentangaben der Elemente. Man geht von einer beliebigen Gesamtmasse aus, etwa 100 Gramm, sodass die Prozentwerte direkt als Massen in Gramm gelten. Jede Masse wird durch die Atommasse des Elements geteilt, wodurch sich Stoffmengen in Mol ergeben. Diese Werte dividiert man durch die kleinste erhaltene Stoffmenge. Enthält das Ergebnis Brüche wie 1,5 oder 1,33, multipliziert man alle Werte mit einer geeigneten ganzen Zahl, um ganzzahlige Indizes zu erhalten. So entsteht das Atomverhältnis, das die empirische Formel liefert.

Vom Verhältnis zur Molekülformel
Um die Molekülformel zu finden, braucht man zusätzlich die molare Molekülmasse, die etwa durch Dampfdichtemessungen oder Massenspektrometrie bestimmt wird. Man berechnet die Masse der empirischen Formeleinheit und dividiert die molare Molekülmasse durch diesen Wert. Das Ergebnis ist die Multiplikationszahl n, mit der alle Indizes der empirischen Formel multipliziert werden. Beispiel Glucose: Die empirische Formel CH2O hat eine Formelmasse von etwa 30 g/mol; mit einer Molmasse von etwa 180 g/mol ergibt sich n = 6, also C6H12O6. Ohne Molmasse bleibt die Molekülformel unbestimmt.

Bedeutung und Grenzen
Formeln beschreiben die Zusammensetzung, aber nicht die Struktur eines Stoffes. Isomere wie Ethanol und Dimethylether besitzen dieselbe Summenformel C2H6O, unterscheiden sich aber deutlich in Eigenschaften und Reaktivität, weil die Atome unterschiedlich verknüpft sind. Bei Ionenverbindungen wie Kochsalz gibt es keine einzelnen Moleküle; NaCl ist streng genommen eine Verhältnisformel, die das Gitterverhältnis angibt. Die Strukturformel ergänzt die Summenformel, indem sie Bindungen und Atomanordnung zeigt. Für Rechenübungen und Stoffmengenberechnungen bleiben empirische und Summenformel dennoch die Grundlage.

Fragen zur Wiederholung

Was bedeutet die Multiplikationszahl n zwischen empirischer und Molekülformel?

n gibt an, wie oft die empirische Formeleinheit im Molekül enthalten ist. Man berechnet sie, indem man die molare Molekülmasse durch die Masse der empirischen Formeleinheit teilt. Beispiel: Ethin hat die empirische Formel CH mit einer Formelmasse von etwa 13 g/mol; bei einer Molmasse von etwa 26 g/mol ergibt sich n = 2, also die Molekülformel C2H2.

Warum können verschiedene Stoffe dieselbe empirische Formel haben?

Die empirische Formel gibt nur das Verhältnis der Atome an, nicht deren absolute Zahl oder Anordnung. Ethin C2H2 und Benzol C6H6 haben beide das Verhältnis 1:1 von Kohlenstoff zu Wasserstoff, also die empirische Formel CH. Sie sind dennoch unterschiedliche Stoffe mit verschiedenen Eigenschaften. Erst die Molekülformel oder Strukturformel unterscheidet sie eindeutig.

Wie bestimmt man die empirische Formel aus Prozentangaben?

Man nimmt eine Gesamtmasse von 100 Gramm an, sodass die Prozentwerte als Massen in Gramm gelten. Jede Masse wird durch die Atommasse des Elements geteilt, was Stoffmengen in Mol liefert. Diese teilt man durch die kleinste Stoffmenge. Enthält das Ergebnis Brüche, multipliziert man alle Werte mit einer passenden ganzen Zahl, bis ganzzahlige Indizes entstehen. Das resultierende Atomverhältnis ist die empirische Formel.