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Das Thema verstehen

Glaziale Ablagerungsformen entstehen, wenn Gletscher das mitgeführte Material (Moränenmaterial) wieder ablagern. Zu den wichtigsten Formen gehören Endmoränen, Grundmoränen, Drumlins, Osern, Kames, Sander und Findlinge. Die Mindmap ordnet diese Landformen nach ihrer Entstehung unter, am Rand oder vor dem Gletscher und zeigt typische Merkmale wie Form, Material und Landschaftsbild der eiszeitlich geprägten Regionen Mitteleuropas.

Unterscheidung: glazial versus fluvioglazial
Glaziale Ablagerungen entstehen direkt durch das Eis und sind unsortiert: Findlinge, Blöcke, Sand und Lehm liegen durcheinander, wie in Grund- und Endmoränen. Fluvioglaziale Ablagerungen entstehen dagegen durch Schmelzwasser und sind geschichtet und sortiert, weil das Wasser nach Korngröße ablagert. Oser, Kames und Sander gehören zu dieser Gruppe. Diese Unterscheidung ist ein Kernprinzip der Geomorphologie, denn aus der Sortierung des Materials lässt sich auf den Ablagerungsprozess zurückschließen. Im Gelände hilft sie, ehemalige Eisränder und Schmelzwasserbahnen zu rekonstruieren.

Endmoränen und der Gletscherrückzug
Eine Endmoräne markiert die Position, an der ein Gletscher über längere Zeit stabil war: Nachschub und Abschmelzen hielten sich die Waage, sodass das mitgeführte Material am Eisrand aufgehäuft wurde. Bei wiederholten Vorstößen und Rückzügen, etwa während der Weichsel- und Würm-Kaltzeit, entstanden oft mehrere gestaffelte Endmoränenwälle. Hinter der Endmoräne liegt die Grundmoränenlandschaft mit flachem Geschiebemergel, davor der Sander. Stauchmoränen zeigen, dass Eis Druck auf ältere Ablagerungen oder Sedimente ausübte und diese aufwarf.

Drumlins, Oser und Kames im Landschaftsbild
Drumlins entstehen unter fließendem Eis, das Grundmoränenmaterial zu Hügeln ausformt; ihre Längsachse zeigt die frühere Eisfließrichtung, was sie zu wichtigen Indikatoren der Eiszeitforschung macht. Oser sind gewundene Rücken aus Sand und Kies, die in Tunneln unter dem Eis von Schmelzwasserbächen abgelagert wurden. Kames bilden steile Kegel oder Terrassen, wenn Material am Rand stagnierenden Eises abrutscht oder in Toteislöchern sedimentiert. Alle drei Formen sind heute markante Elemente eiszeitlich geprägter Landschaften wie des Alpenvorlands und des norddeutschen Tieflands.

Fragen zur Wiederholung

Woran erkennt man eine Endmoräne im Gelände?

An einem oft bogenförmigen Wall aus unsortiertem Material am Rand einer eiszeitlichen Landschaft. Er markiert den längere Zeit stabilen Eisrand; hinter dem Wall folgt typischerweise flache Grundmoräne, davor die geschichtete Sanderebene.

Warum sind Oser sortiert, Endmoränen aber unsortiert?

Oser entstehen durch Schmelzwasser unter dem Eis: Das Wasser transportiert und sortiert das Material nach Korngröße. Endmoränen werden dagegen direkt vom Eis abgelegt, das alles mitführt, was es aufnimmt – daher das durcheinanderliegende Korngrößenspektrum.

Was verraten Drumlins über die einstige Vergletscherung?

Ihre gestreckte Form ist parallel zur Fließrichtung des Eises angeordnet: Die steile Stoßseite zeigt entgegen der Bewegungsrichtung, die flache Leeseite in Richtung des Eisflusses. Aus der Ausrichtung ganzer Drumlinsfelder lässt sich so die ehemalige Eisströmung rekonstruieren.