Plattengrenzen divergierende Mindmap
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Das Thema verstehen
Divergierende Plattengrenzen entstehen, wenn zwei Lithosphärenplatten auseinanderdriften und im entstehenden Spalt Magma aufsteigt. An den Mittelozeanischen Rücken bildet sich dadurch neue ozeanische Kruste, während kontinentale Riftzonen wie der Ostafrikanische Graben die frühe Phase einer Kontinentalspaltung zeigen. Die Mindmap ordnet Mechanismus, typische Landformen, Beispiele und geologische Folgen übersichtlich an und zeigt, wie Spreizungsgeschwindigkeit, Magmatismus und Sedimentation zusammenwirken.
Mechanismus der Spreizung
An divergierenden Grenzen herrscht Dehnung: Heißes Material steigt aus dem Erdmantel auf, teilweise schmilzt es durch Druckentlastung und füllt die entstehende Lücke. Die neu gebildete ozeanische Kruste kühlt ab, wird dichter und sinkt seitlich leicht ab, wodurch der Rücken ein Gefälle erhält. Der Rücken-Schub und Scherkräfte an den Plattenbasen gelten heute als wichtige Antriebe der Plattenbewegung, während die Rolle der Mantelkonvektion genauer untersucht wird. Die Spreizungsraten unterscheiden sich deutlich zwischen den Rücken und liegen meist im Bereich weniger Zentimeter pro Jahr.
Beweise für die Ozeanbodenspreizung
Ein Schlüsselbefund war das symmetrische Magnetstreifenmuster beiderseits der Mittelozeanischen Rücken: Bei der Abkühlung von Magma richten sich magnetische Minerale nach dem damaligen Erdmagnetfeld aus. Da sich die Polarität des Erdmagnetfelds periodisch umkehrte, entstanden wechselnde Streifen, die die Spreizung wie ein Bandmaß aufzeichnen. Ergänzend zeigen Bohrkerne, dass das Alter der Ozeanböden mit der Entfernung zum Rücken zunimmt, und Sedimente sind nahe dem Rücken dünn. Diese Beobachtungen bestätigten die Ideen von Harry Hess und halfen, Alfred Wegeners früherer Kontinentdrift-Hypothese zum Durchbruch zu verhelfen.
Kontinentale Riftzonen als Anfangsstadium
Bevor ein Ozean entsteht, wird Kontinentalkruste gedehnt und bricht in Grabenbrüche. Der Ostafrikanische Graben zeigt dieses Stadium mit abgesenkten Becken, Randverwerfungen und Vulkanen, die unabhängig von der Hauptspaltungszone auftreten können. Im nächsten Stadium dringt Meerwasser ein: Das Rote Meer und der Golf von Aden gelten als junge Beispiele eines beginnenden Ozeans. Der Atlantik zeigt das ausgereifte Stadium mit einem ausgedehnten Rückensystem. Nicht jedes Rift entwickelt sich zwangsläufig zu einem Ozean; manche Spaltungsprozesse kommen zum Erliegen, wie alte, heute inaktive Riftstrukturen zeigen.
Island als Sonderfall
Island ist das einzige größere Beispiel, an dem ein Mittelozeanischer Rücken über Meeresspiegel-Niveau hinausragt. Die Insel liegt sowohl auf der divergierenden Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte als auch über einem Hotspot, dessen zusätzlicher Magmenzustrom die Kruste anhebt. Dadurch entstehen dort Spalteneruptionen, Schildvulkane und ausgedehnte Lavafelder, und die Spreizung ist direkt beobachtbar, etwa an Spalten, die sich bei Rissen öffnen. Der Fall zeigt, dass Hotspots und divergierende Grenzen sich verstärken können, ohne dass beide Phänomene auf denselben Ursprung zurückgehen.
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Fragen zur Wiederholung
Warum entsteht an divergierenden Plattengrenzen neue Kruste?
Wenn die Platten auseinanderweichen, sinkt der Druck im aufsteigenden Mantelmaterial, das dadurch teilweise schmilzt. Das Magma füllt die Lücke, erkaltet und bildet neue ozeanische Kruste. An kontinentalen Riftzonen entsteht dagegen zunächst gedehnte, abgesenkte Kruste, bevor ozeanische Kruste gebildet wird.
Was unterscheidet einen Mittelozeanischen Rücken von einer kontinentalen Riftzone?
Am Mittelozeanischen Rücken ist die Spreizung bereits so weit fortgeschritten, dass ozeanische Kruste gebildet wird und ein untermeerisches Rückensystem besteht. Eine kontinentale Riftzone wie der Ostafrikanische Graben ist ein früheres Stadium, in dem sich Kontinentalkruste dehnt, einbricht und Grabenbrüche sowie Vulkane entstehen, bevor möglicherweise ein Ozean aufbricht.
Wie belegen magnetische Streifenmuster die Ozeanbodenspreizung?
Beim Abkühlen von Magma richten sich magnetische Minerale nach dem damaligen Erdmagnetfeld aus. Da sich die Polarität des Erdmagnetfelds mehrfach umkehrte, entstanden symmetrische Streifen beiderseits des Rückens. Ihre Spiegelbildlichkeit und die Zunahme des Krustenalters mit der Entfernung zum Rücken zeigen, dass Kruste am Rücken gebildet und seitlich wegtransportiert wird.