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Kodominanz und intermediäre Vererbung Mindmap

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Das Thema verstehen

Diese Mindmap erklärt zwei Formen der Vererbung, bei denen kein Allein vollständig dominiert: Bei der Kodominanz werden beide Allele im Phänotyp gleichzeitig und unabhängig sichtbar, etwa bei den Blutgruppen des AB0-Systems. Bei der unvollständigen Dominanz verschmelzen die Merkmale zu einem Zwischenphänotyp, wie bei der Blütenfarbe der Wunderblume. Die Übersicht zeigt Unterschiede, Erbgänge, Kreuzungsergebnisse und typische Prüfungsbeispiele.

Der zentrale Unterschied
Bei der unvollständigen Dominanz (auch intermediäre Vererbung genannt) verschmelzen die Merkmale der beiden Allele zu einem Mischphänotyp: Die Heterozygoten liegen optisch zwischen den beiden Homozygoten. Bei der Kodominanz hingegen werden beide Allele gleichzeitig und getrennt sichtbar, ohne dass eine Vermischung entsteht. Ein klassisches Beispiel ist die Blutgruppe AB, bei der sowohl A- als auch B-Antigene auf den roten Blutkörperchen vorkommen. Der Unterschied zeigt sich also nicht in den Kreuzungsverhältnissen, die in der F2-Generation in beiden Fällen 1:2:1 betragen, sondern darin, wie der Phänotyp der Heterozygoten aussieht: als Zwischenform oder als Kombination beider Merkmale.

Klassische Beispiele im Detail
Die Wunderblume (Mirabilis jalapa) ist das Standardbeispiel für unvollständige Dominanz: Kreuzt man eine rotblühende mit einer weißblühenden Pflanze, sind alle F1-Nachkommen rosa. In der F2-Generation entstehen rote, rosa und weiße Blüten im Verhältnis 1:2:1, wobei der Phänotyp direkt den Genotyp widerspiegelt. Bei der Kodominanz ist das AB0-System des Menschen das bekannteste Beispiel: Die Allele IA und IB codieren jeweils unterschiedliche Antigene auf der Zelloberfläche, und wer beide Allele besitzt, trägt beide Antigene. Auch das MN-Blutgruppensystem und die Scheckung bei Rindern zeigen kodominante Merkmalsausprägung.

Molekulare Mechanismen
Die verschiedenen Dominanzformen lassen sich auf molekularer Ebene erklären. Bei der vollständigen Dominanz reicht die Enzymmenge eines einzigen Allels aus, um den vollen Phänotyp hervorzubringen. Bei der unvollständigen Dominanz ist die Aktivität des einen Allels nicht ausreichend, sodass die Heterozygoten eine reduzierte Merkmalsausprägung zeigen, etwa weniger Farbpigment. Bei der Kodominanz produzieren beide Allele nachweisbare, unterscheidbare Produkte, wie etwa zwei verschiedene Antigenvarianten oder Hämoglobinformen. Wichtig ist: Dominanzverhältnisse beschreiben immer die Ausprägung auf Phänotypebene und sagen nichts darüber aus, welches Allel bei der Vererbung bevorzugt weitergegeben wird.

Tipps für Kreuzungsaufgaben
In Klausuren werden beide Vererbungsformen häufig mit dem Punnett-Quadrat geprüft. Zunächst sollte man klären, ob intermediäre Vererbung oder Kodominanz vorliegt, denn das bestimmt die Symbolik: Bei intermediärer Vererbung verwendet man oft hochgestellte Buchstaben wie R und W, bei Kodominanz etwa IA, IB und i für die Blutgruppen. Bei Blutgruppenaufgaben ist zu beachten, dass das Allel i rezessiv ist und nur homozygot (ii) zur Blutgruppe 0 führt. Die F2-Verhältnisse betragen in beiden Sonderformen 1:2:1, unterscheiden sich aber im Aussehen der Heterozygoten. Wer Genotyp- und Phänotypverhältnis getrennt notiert, vermeidet die häufigsten Fehler.

Fragen zur Wiederholung

Worin unterscheiden sich Kodominanz und unvollständige Dominanz im Phänotyp der Heterozygoten?

Bei der unvollständigen Dominanz zeigen Heterozygote einen Zwischenphänotyp, der zwischen beiden Homozygoten liegt, etwa rosa Blüten bei der Wunderblume. Bei der Kodominanz werden beide Merkmale gleichzeitig und getrennt sichtbar, wie bei Blutgruppe AB, wo sowohl A- als auch B-Antigene vorkommen. Die Kreuzungsverhältnisse in der F2-Generation sind in beiden Fällen 1:2:1.

Warum ergibt die Kreuzung zweier rosa Wunderblumen nicht nur rosa Nachkommen?

Weil rosa Pflanzen heterozygot sind (Genotyp RW). Bei der Paarung RW × RW entstehen in der F2-Generation die Genotypen RR (rot), RW (rosa) und WW (weiß) im Verhältnis 1:2:1. Da der Phänotyp hier dem Genotyp entspricht, erscheinen alle drei Farben sichtbar, nicht nur die Mischform.

Wie vererben sich die AB0-Blutgruppen, und warum ist Blutgruppe AB kodominant?

Das AB0-System wird durch drei Allele bestimmt: IA, IB und i. IA und IB codieren unterschiedliche Antigene und sind zueinander kodominant, weshalb der Genotyp IAIB beide Antigene hervorbringt und zur Blutgruppe AB führt. Das Allel i ist rezessiv und führt nur im Homozygoten (ii) zur Blutgruppe 0.