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Das Thema verstehen

Ein Transformator ist ein elektrisches Bauelement, das Wechselspannungen mithilfe elektromagnetischer Induktion auf eine andere Spannungsebene überträgt. Die Mindmap erklärt den Aufbau aus Primär- und Sekundärspule sowie Eisenkern, das Übersetzungsverhältnis, Verlustmechanismen wie Wirbelströme und Hysterese sowie die Rolle von Transformatoren in Kraftwerken, Umspannwerken und Netzteilgeräten des Alltag.

Wirkungsweise im Detail
Wechselt der Strom in der Primärspule seine Richtung, entsteht ein sich ständig änderndes Magnetfeld im Eisenkern. Dieses veränderliche Feld durchsetzt die Sekundärspule und induziert dort nach dem Induktionsgesetz von Faraday eine Spannung. Entscheidend ist allein die Änderung des magnetischen Flusses: Bei Gleichspannung bliebe das Feld konstant, es würde keine Spannung induziert. Deshalb arbeiten Transformatoren ausschließlich mit Wechsel- oder pulsierendem Strom. Die Frequenz der induzierten Spannung entspricht dabei der Frequenz der Eingangsspannung, während ihre Höhe vom Windungsverhältnis der beiden Spulen abhängt.

Warum Hochspannung beim Transport?
Bei gleicher übertragener Leistung gilt: Verdoppelt man die Spannung, halbiert sich die Stromstärke. Die Verlustwärme in den Leitungen steigt aber quadratisch mit der Stromstärke, denn sie folgt dem Gesetz P = R mal I zum Quadrat. Hohe Spannungen bedeuten also deutlich geringere Leitungsverluste. Deshalb erhöhen Transformatoren in Kraftwerken die Spannung auf Werte im Bereich von Hunderten Kilovolt, und Umspannwerke senken sie auf dem Weg zum Verbraucher schrittweise wieder ab. Ohne Transformatoren wäre ein leistungsfähiges, weit verzweigtes Stromnetz mit vertretbaren Verlusten kaum denkbar.

Verlustmechanismen und Gegenmaßnahmen
Kein Transformator arbeitet verlustfrei. Wirbelströme entstehen, weil das wechselnde Magnetfeld im leitfähigen Eisenkern selbst Ströme induziert; man verringert sie durch geschichtete, gegeneinander isolierte Bleche. Hystereseverluste entstehen, weil der Kern bei jedem Wechsel ummagnetisiert werden muss; weichmagnetische Materialien reduzieren sie. Zusätzlich erzeugen die Kupferwicklungen ohmsche Wärme. Große Netztransformatoren werden deshalb gekühlt und erreichen Wirkungsgrade deutlich über 95 Prozent. Kleinere Netzteilgeräte liegen je nach Bauart und Lastfall darunter, moderne Schaltnetzteile arbeiten mit hoher Frequenz und sind kompakter.

Trenntransformator und Sicherheit
Ein Trenntransformator hat meist gleich viele Windungen auf Primär- und Sekundärseite, überträgt also keine Spannungsänderung. Sein Zweck ist die galvanische Trennung: Primär- und Sekundärkreis sind elektrisch voneinander getrennt, weil die Kopplung nur über das Magnetfeld erfolgt. Berührt man eine Leitung des Sekundärkreises, fließt über den Körper kein Strom zurück ins Versorgungsnetz, was das Risiko gefährlicher Stromwege verringert. Solche Transformatoren finden sich etwa in Badezimmern, Werkstätten und bei medizinischen Geräten. Wichtig: Auch ein Trenntransformator schützt nicht vor jedem Risiko, denn Berührung beider Polen des Sekundärkreises bleibt gefährlich.

Fragen zur Wiederholung

Warum funktioniert ein Transformator nicht mit Gleichspannung?

Zur Induktion braucht die Sekundärspule ein sich änderndes Magnetfeld. Bei konstantem Gleichstrom bleibt das Feld des Eisenkerns unverändert, es wird also keine Spannung induziert. Nur beim Ein- und Ausschalten des Gleichstroms entsteht kurzzeitig ein Induktionsimpuls.

Wie berechnet man die Ausgangsspannung eines Transformators?

Das Verhältnis der Spannungen entspricht dem Verhältnis der Windungszahlen: U2 geteilt durch U1 gleich N2 geteilt durch N1. Hat die Sekundärspule doppelt so viele Windungen wie die Primärspule, verdoppelt sich die Spannung, während die Stromstärke näherungsweise halbiert wird.

Warum wird Strom im Netz mit hoher Spannung transportiert?

Die Verlustwärme in Leitungen steigt quadratisch mit der Stromstärke. Bei hoher Spannung fließt für dieselbe Leistung weniger Strom, sodass die Leitungsverluste stark sinken. Transformatoren erhöhen die Spannung nach dem Kraftwerk und senken sie vor dem Verbraucher wieder ab.