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Das Thema verstehen
Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) war ein globaler Konflikt zwischen den Achsenmächten und den Alliierten. Ausgelöst durch die expansive Politik des nationalsozialistischen Deutschlands, begann er mit dem Überfall auf Polen und weitete sich zu einem Weltkrieg aus. Etwa 60 bis 70 Millionen Menschen starben, darunter sechs Millionen Juden im Holocaust. Der Krieg endete mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im Mai und Japans im September 1945 und prägte die Nachkriegsordnung mit den Supermächten USA und Sowjetunion.
Ursachen und Kriegsbeginn
Der Zweite Weltkrieg hatte mehrfache Wurzeln: Der Versailler Vertrag wurde in Deutschland weithin als Demütigung empfunden, die Weltwirtschaftskrise ab 1929 destabilisierte politische Systeme, und der Nationalsoismus verfolgte offen eine expansive Rassenideologie. Hitlers Aggression zeigte sich früh: Ab 1938 annektierte das Deutsche Reich Österreich und die Tschechoslowakei, während Großbritannien und Frankreich zunächst auf Appeasement setzten. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Krieg in Europa. Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom August 1939 ermöglichte die Aufteilung Polens; erst mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 wandelte sich dieses Bündnis zur Feindschaft.
Verlauf und Wendepunkte
Der Krieg entwickelte sich in mehreren Phasen. Nach schnellen deutschen Erfolgen 1939 bis 1941, darunter der Westfeldzug mit der Besetzung Frankreichs, scheiterte die geplante Invasion Englands in der Luftschlacht um England. Der Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 und der japanische Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 machten den Konflikt global. Die Jahre 1942 und 1943 brachten die Wende: In Stalingrad kapitulierte die deutsche 6. Armee im Februar 1943, in Nordafrika siegten die Alliierten bei El Alamein. Ab der Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 kämpfte Deutschland an mehreren Fronten, bis es am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulierte.
Holocaust und Kriegsverbrechen
Der Holocaust war der systematische Völkermord an den europäischen Juden, dem etwa sechs Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Verfolgung begann bereits 1933 mit Boykotten, Nürnberger Gesetzen und Novemberpogromen; während des Krieges radikalisierte sich die Politik zu Massenerschießungen durch Einsatzgruppen im Osten und zur Ermordung in Vernichtungslagern wie Auschwitz-Birkenau. Die Wannseekonferenz von Januar 1942 dokumentiert die Koordination der Deportationen. Daneben wurden Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, politisch Verfolgte und sowjetische Kriegsgefangene ermordet. Die Nürnberger Prozesse ab 1945 stellten erstmals führende Vertreter eines Staates für Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht.
Folgen und Nachkriegszeit
Der Krieg forderte schätzungsweise 60 bis 70 Millionen Todesopfer und hinterließ weite Teile Europas und Asiens zerstört. Die Gründung der Vereinten Nationen 1945 sollte künftige Kriege verhindern. Deutschland und Berlin wurden in Besatzungszonen geteilt, was zur Gründung zweier deutscher Staaten 1949 führte. Der wachsende Gegensatz zwischen den USA und der Sowjetunion leitete den Kalten Krieg ein, der die Welt über vier Jahrzehnte prägte. In Europa entstanden neue Grenzen und Vertreibungen von Millionen Menschen; die Nürnberger Prozesse und die UN-Menschenrechtscharta von 1948 setzten zugleich neue völkerrechtliche Maßstäbe.
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Fragen zur Wiederholung
Wann begann und endete der Zweite Weltkrieg?
In Europa begann der Krieg mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 und endete mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945. Im Pazifik dauerte der Krieg bis zur Kapitulation Japans am 2. September 1945 an.
Warum gilt Stalingrad als Wendepunkt des Krieges?
Mit der Kapitulation der deutschen 6. Armee im Februar 1943 verlor die Wehrmacht erstmals eine gesamte Armee und die strategische Initiative im Osten. Danach ging die Rote Armee zur dauerhaften Offensive über, während Deutschland keine entscheidenden Offensivziele mehr erreichte.
Welche Opfergruppen waren vom Holocaust betroffen?
Ziel der systematischen Vernichtung waren vor allem die europäischen Juden, von denen etwa sechs Millionen ermordet wurden. Daneben fielen Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, politisch Verfolgte und sowjetische Kriegsgefangene der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer.