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Das Thema verstehen
Impfungen nutzen das Gedächtnis des Immunsystems, um Schutz vor Infektionskrankheiten aufzubauen. Bei der aktiven Immunisierung wird ein abgeschwächter Erreger, ein Bestandteil oder ein Bauplan des Erregers verabreicht, woraufhin der Körper eigene Antikörper und Gedächtniszellen bildet. Die passive Immunisierung führt dagegen fertige Antikörper ein und wirkt nur kurzfristig. Impfungen schützen nicht nur Geimpfte, sondern durch Herdenimmunität auch Menschen, die selbst nicht geimpft werden können.
Aktive versus passive Immunisierung
Die aktive Immunisierung setzt ein Antigen ein, gegen das der Körper eine eigene Immunantwort entwickelt. Dabei entstehen Antikörper und Gedächtniszellen, die bei einem späteren Kontakt mit dem echten Erreger schnell reagieren. Der Schutz baut sich über Wochen auf und hält oft Jahre oder Jahrzehnte. Bei der passiven Immunisierung werden dagegen fertige Antikörper gespritzt, etwa nach einer Verletzung mit Tetanusverdacht oder bei bestimmten Vergiftungen. Der Schutz setzt sofort ein, wird aber vom Körper abgebaut und dauert nur Wochen bis Monate. Da keine eigene Immunantwort angestoßen wird, entsteht kein langfristiges immunologisches Gedächtnis.
Wirkmechanismus im Körper
Nach einer Impfung nehmen Immunzellen das verabreichte Antigen auf und präsentieren es anderen Abwehrzellen. B-Lymphozyten reifen daraufhin zu Plasmazellen, die spezifische Antikörper produzieren, und zu Gedächtniszellen, die im Körper verbleiben. T-Helferzellen koordinieren diese Antwort. Bei einem späteren echten Erregerkontakt erkennen die Gedächtniszellen das Antigen sofort und lösen eine schnelle, starke Immunreaktion aus, bevor die Erkrankung ausbricht. Bei Totimpfstoffen sind meist mehrere Dosen nötig, um ausreichend hohe Antikörperspiegel zu erreichen, während viele Lebendimpfstoffe bereits mit einer Dosis einen langanhaltenden Schutz erzeugen.
Impfstofftypen im Vergleich
Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder nur deren Bestandteile wie Proteine oder Zuckermoleküle; sie können sich nicht vermehren und sind daher auch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem meist geeignet. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger, die sich begrenzt vermehren und eine starke, langanhaltende Immunantwort auslösen, dürfen aber nicht während der Schwangerschaft oder bei starker Immunschwäche verabreicht werden. mRNA-Impfstoffe liefern den Bauplan für ein einzelnes Virusprotein, das der Körper selbst kurzfristig herstellt; der Bauplan selbst wird schnell abgebaut. Toxoidimpfstoffe richten sich gegen Bakteriengifte, nicht gegen die Bakterien selbst.
Herdenimmunität und öffentliche Gesundheit
Herdenimmunität entsteht, wenn ein ausreichend großer Teil einer Bevölkerung immun ist, sodass sich ein Erreger kaum noch ausbreiten kann. Dadurch werden auch Menschen geschützt, die selbst nicht geimpft werden können, etwa sehr junge Säuglinge oder Personen mit bestimmten Immunschwächen. Die erforderliche Durchimpfungsrate hängt davon ab, wie ansteckend ein Erreger ist: Bei Masern liegt sie deutlich höher als bei Grippe. Deshalb gelten in Deutschland für Masern besondere Nachweispflichten in Gemeinschaftseinrichtungen. Ausgerottet wurde bislang nur die Kuhpocken-Krankheit, deren Erreger 1980 offiziell für ausgerottet erklärt wurde.
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Fragen zur Wiederholung
Warum schützt eine passive Impfung nicht dauerhaft?
Bei der passiven Immunisierung werden fertige Antikörper verabreicht, die der Körper nicht selbst produziert. Diese Antikörper werden nach einigen Wochen bis Monaten abgebaut, und es entstehen keine Gedächtniszellen. Für langfristigen Schutz ist daher eine aktive Immunisierung nötig.
Was unterscheidet Totimpfstoffe von Lebendimpfstoffen?
Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder nur Bestandteile davon, die sich nicht vermehren können; oft sind mehrere Dosen nötig. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger, die sich begrenzt vermehren und meist mit einer Dosis langanhaltenden Schutz bieten, aber für Schwangere und stark immungeschwächte Personen ungeeignet sind.
Wie funktioniert Herdenimmunität?
Wenn ein großer Teil der Bevölkerung immun ist, findet ein Erreger weniger empfängliche Wirte und kann sich kaum noch ausbreiten. Dadurch werden auch Menschen geschützt, die nicht geimpft werden können. Die nötige Durchimpfungsrate hängt von der Ansteckungsfähigkeit des Erregers ab.