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Das Thema verstehen

Der Kalte Krieg war ein Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion von etwa 1947 bis 1991, der ohne direkte Großkampfhandlungen zwischen den Supermächten ausgetragen wurde. Geprägt von ideologischem Gegensatz, Wettrüsten, Stellvertreterkriegen und wiederholten Krisen teilte er Europa und die Welt in Blöcke. Die Blockkonfrontation reichte von der Berlin-Blockade über den Mauerbau bis zur Kubakrise, bevor Entspannungspolitik und Reformen in der Sowjetunion das System schließlich zum Zusammenbruch brachten.

Vom Kriegsende zur Blockbildung
Nach 1945 zerbrach die Allianz gegen das Deutsche Reich rasch an gegensätzlichen Interessen. Die USA verfolgten mit der Containment-Strategie das Ziel, die sowjetische Einflusssphäre einzudämmen, während die UdSSR Pufferstaaten in Osteuropa etablierte. Der Marshallplan förderte den westlichen Wiederaufbau, wurde aber von der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten abgelehnt. Mit der Währungsreform, der Berlin-Blockade und der Gründung zweier deutscher Staaten 1949 verfestigte sich die Teilung Europas. Die NATO und der Warschauer Pakt schufen zwei militärische Blöcke, deren Grenze der Eiserne Vorhang markierte.

Die Kubakrise als Wendepunkt
Im Oktober 1962 entdeckten die USA sowjetische Raketenstellungen auf Kuba, nachdem die Sowjetunion auf die US-Stationierung von Raketen in der Türkei und Italien reagiert hatte. Dreizehn Tage lang standen beide Supermächte am Rand eines Atomkriegs. Eine US-Seeblockade, geheime Verhandlungen und ein Kompromiss beendeten die Krise: Die Sowjetunion zog die Raketen ab, die USA sicherten zu, Kuba nicht anzugreifen, und zogen später ihre Raketen aus der Türkei ab. Die Krise führte zum direkten heißen Draht zwischen Washington und Moskau und beschleunigte die Rüstungskontrolle.

Entspannungspolitik und ihre Grenzen
In den 1970er Jahren dominierte zeitweise die Entspannung: Die SALT-I-Verträge begrenzten strategische Waffensysteme, die KSZE-Schlussakte von 1975 erkannte die europäischen Grenzen an und verankerte Menschenrechte als Verhandlungsthema. Willy Brandts Ostpolitik normalisierte die Beziehungen zur Sowjetunion, Polen und der DDR. Die Entspannung hatte jedoch Grenzen: Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan 1979 beendete sie weitgehend, der NATO-Doppelbeschluss und der Boykott der Olympischen Spiele verschärften die Lage erneut in den frühen 1980er Jahren.

Warum das System zusammenbrach
Gorbatschows Reformen von Glasnost und Perestroika ab 1985 sollten die Sowjetunion erneuern, entfesselten aber Kräfte, die das System untergruben. Die sowjetische Wirtschaft litt unter Rüstungslast und Ineffizienz, und der Afghanistankrieg belastete das Land zusätzlich. Gorbatschows Verzicht auf die Breschnew-Doktrin erlaubte den Ostblockstaaten eigene Wege: 1989 fielen Regime in Polen, Ungarn, der DDR und der Tschechoslowakei weitgehend friedlich. Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 und der Auflösung der Sowjetunion Ende 1991 endete der Kalte Krieg.

Fragen zur Wiederholung

Warum spricht man beim Kalten Krieg von einem „kalten“ Krieg?

Weil die USA und die Sowjetunion nie direkt gegeneinander Krieg führten. Beide Supermächten konkurrierten stattdessen durch Wettrüsten, Propaganda, Wirtschaftshilfe, Geheimdienste und Stellvertreterkriege in Drittstaaten wie Korea, Vietnam oder Afghanistan. Die Angst vor einem Atomkrieg mit Millionen Toten hielt beide Seiten von einer direkten Konfrontation ab.

Welche Rolle spielte Deutschland im Kalten Krieg?

Deutschland war zentraler Schauplatz der Blockkonfrontation: Die Berlin-Blockade 1948/49, die Gründung von BRD und DDR 1949, der Mauerbau 1961 und die Wiedervereinigung 1990 markierten wichtige Etappen. Die Teilung des Landes galt als Symbol des gesamten Ost-West-Konflikts, und Berlin wurde zum Brennpunkt, an dem sich die Systeme unmittelbar gegenüberstanden.

Was bedeutete die Kubakrise für die weitere Entwicklung?

Die Krise von 1962 zeigte beiden Seiten, wie nah sie einem Atomkrieg gekommen waren. Danach richteten die USA und die Sowjetunion eine direkte Kommunikationslinie ein, und die Rüstungskontrolle kam in Gang, etwa mit dem Atomteststoppvertrag und später den SALT-Verträgen. Zugleich setzte sich die Erkenntnis durch, dass Krisen nur mit Rücksicht auf die jeweils andere Seite beherrschbar waren.