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Das Thema verstehen
Der Kohlenstoffkreislauf beschreibt den ständigen Austausch von Kohlenstoff zwischen Atmosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre und Lithosphäre. Pflanzen nehmen Kohlenstoffdioxid durch Photosynthese auf und binden es in organischer Substanz. Tiere, Pilze und Mikroorganismen geben Kohlenstoff durch Atmung und Abbau wieder frei. Große Mengen Kohlenstoff sind langfristig in Ozeanen, fossilen Brennstoffen und Gesteinen wie Kalkstein gespeichert. Menschliche Aktivitäten, insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger und die Abholzung von Wäldern, verändern die natürlichen Flüsse und erhöhen die Kohlenstoffdioxidkonzentration der Atmosphäre.
Photosynthese und Atmung im Vergleich
Photosynthese und Zellatmung bilden die zentralen Gegenspieler im schnellen Kohlenstoffkreislauf. Bei der Photosynthese nehmen Pflanzen, Algen und Cyanobakterien Kohlenstoffdioxid auf und wandeln es mit Lichtenergie in Glucose um; Sauerstoff wird dabei freigesetzt. Die Zellatmung läuft dagegen in nahezu allen Lebewesen ab und baut organische Substanz unter Verbrauch von Sauerstoff wieder zu CO₂ und Wasser ab. Beide Prozesse sind eng gekoppelt: Die Tagsüber produzierte Biomasse dient nachts und in anderen Organismen als Energielieferant. Wichtig ist, dass Pflanzen nicht nur CO₂ aufnehmen, sondern durch Atmung auch ständig Kohlenstoff abgeben. Ob ein Wald netto als Senke wirkt, hängt vom Verhältnis beider Flüsse ab.
Der schnelle und der langsame Kreislauf
Der Kohlenstoffkreislauf lässt sich in zwei zeitlich sehr unterschiedliche Ebenen gliedern. Der schnelle, biologische Kreislauf umfasst Aufnahme durch Photosynthese, Weitergabe über Nahrungsketten und Freisetzung durch Atmung und Zersetzung; er bewegt Kohlenstoff innerhalb von Jahren bis Jahrzehnten. Der langsame, geologische Kreislauf arbeitet über Jahrtausende bis Jahrmillionen: Verwitterung von Silikatgesteinen entzieht der Atmosphäre CO₂, gelöster Kohlenstoff wird in Ozeanen als Kalk sedimentiert, und bei Subduktion sowie Vulkanismus kehrt Kohlenstoff in den Kreislauf zurück. Fossile Brennstoffe entstanden aus dieser langen Speicherung von Biomasse. Menschliche Aktivitäten greifen vor allem in den schnellen Kreislauf ein, beschleunigen aber die Freisetzung aus dem langsamem Speicher erheblich.
Die Rolle der Ozeane
Ozeane sind der größte aktive Kohlenstoffspeicher neben der Gesteinssphäre. Kohlenstoffdioxid löst sich physikalisch im Meerwasser und reagiert dort zu Kohlensäure, die in Hydrogenkarbonat und Karbonat zerfällt. Dieses Karbonat-Gleichgewicht bestimmt, wie viel CO₂ das Meer zusätzlich aufnehmen kann. Kalkschalen bildende Organismen wie Muscheln und Foraminiferen binden Kohlenstoff und sedimentieren ihn am Meeresboden. Mit steigender CO₂-Aufnahme sinkt der pH-Wert des Wassers, was als Ozeanversauerung bezeichnet wird und die Kalkbildung erschwert. Die Aufnahme durch das Meer verzögert die atmosphärische CO₂-Anreicherung, ist aber an chemische Grenzen gebunden und verändert zugleich empfindliche marine Lebensräume.
Menschliche Störung des Gleichgewichts
Seit der Industrialisierung verlagern Menschen Kohlenstoff aus dem langsamem geologischen Speicher in den schnellen Kreislauf. Die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas setzt CO₂ frei, das über Jahrmillionen gebunden war, und die Zementherstellung gibt zusätzliches CO₂ aus Kalkstein frei. Gleichzeitig verringern Entwaldung und Landnutzungsänderungen die Fähigkeit der Biosphäre, Kohlenstoff aufzunehmen. Die natürlichen Senken Ozean und Vegetation absorbieren einen Teil der Emissionen, jedoch nicht vollständig. Der verbleibende Anteil erhöht die atmosphärische CO₂-Konzentration und verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt. Ob und wie schnell Senken wie Wälder dauerhaft Kohlenstoff binden, hängt von Bewirtschaftung, Klima und Störungen wie Bränden ab.
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Fragen zur Wiederholung
Warum wirken Wälder nicht immer als CO₂-Senke?
Wälder nehmen durch Photosynthese CO₂ auf, geben aber durch Atmung, Zersetzung und gelegentliche Störungen wie Brände auch Kohlenstoff ab. Ob ein Wald netto Kohlenstoff bindet, hängt vom Verhältnis dieser Flüsse ab. Junge, wachsende Bestände binden in der Regel mehr, während alternde oder gestörte Wälder zeitweise sogar zur Quelle werden können.
Was unterscheidet den schnellen vom langsamen Kohlenstoffkreislauf?
Der schnelle Kreislauf umfasst biologische Prozesse wie Photosynthese, Atmung und Zersetzung, die Kohlenstoff in Jahren bis Jahrzehnten umsetzen. Der langsame Kreislauf bezieht geologische Vorgänge ein: Verwitterung, Sedimentation von Kalk, Bildung fossiler Brennstoffe und Vulkanismus laufen über Jahrtausende bis Jahrmillionen ab. Beide Ebenen sind über chemische und biologische Prozesse miteinander verbunden.
Wie beeinflusst die Ozeanversauerung marine Lebewesen?
Wenn Ozeane zusätzliches CO₂ aufnehmen, entsteht Kohlensäure und der pH-Wert des Wassers sinkt. Dadurch stehen Karbonat-Ionen in geringerer Menge zur Verfügung, die kalkbildende Organismen wie Muscheln, Korallen und Foraminiferen für ihre Schalen benötigen. Die Kalkbildung wird erschwert, was Wachstum und Bestände dieser Arten beeinträchtigen kann.