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Das Thema verstehen

Der Herzzyklus beschreibt die zeitliche Abfolge von Füllung, Kontraktion und Entleerung des Herzens während eines Herzschlags. Die Mindmap gliedert die Phasen der Diastole und Systole, zeigt die Rolle der Herzklappen, die Druckverhältnisse in Vorhöfen und Kammern sowie den Zusammenhang mit dem EKG. So lässt sich verstehen, wie elektrische Erregung, Muskelkontraktion und Blutstrom zu einer geordneten Pumpleistung zusammenwirken.

Ablauf eines Herzschlags
Ein Herzzyklus beginnt mit der Füllung der Kammern: Während Vorhöfe und Kammern entspannt sind, strömt Blut passiv durch die offenen AV-Klappen. Die Vorhofkontraktion füllt die Kammern zuletzt vollständig. Dann setzt die Kammerkontraktion ein; sobald der Kammerdruck den Vorhofdruck übersteigt, schließen sich die AV-Klappen, was den ersten Herzton erzeugt. In der isovolumetrischen Anspannungsphase steigt der Druck bei unverändertem Volumen. Überschreitet der Druck den Wert in Aorta oder Pulmonalarterie, öffnen sich die Taschenklappen, und das Blut wird ausgetrieben. Ihr Schluss erzeugt den zweiten Herzton, danach folgt die Entspannung.

Bedeutung der Druckverhältnisse
Die Klappenbewegung folgt allein den Druckgradienten: Eine Klappe öffnet sich, wenn der Druck hinter ihr höher ist als vor ihr, und schließt sich, wenn das Verhältnis umkehrt. Deshalb schließen sich die AV-Klappen zu Beginn der Kammerkontraktion und die Taschenklappen am Ende der Austreibung. Die Druck-Volumen-Schleife verbindet beide Größen und macht die Pumparbeit sichtbar. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen isovolumetrischen Phasen, in denen sich Druck ohne Volumenänderung entwickelt, und den Phasen mit tatsächlichem Blutfluss. Für Prüfungen lohnt es sich, Druckkurven von Vorhof, linker Kammer und Aorta farblich zuzuordnen und mit den Herztonzeiten abzugleichen.

Erregungsleitung und EKG
Der Sinusknoten im rechten Vorhof gibt den Takt vor. Die Erregung breitet sich über die Vorhöfe aus, was im EKG als P-Welle erscheint, und erreicht über den AV-Knoten mit kurzer Verzögerung die Kammern. Diese Pause stellt sicher, dass die Vorhöfe die Kammern vor deren Kontraktion füllen. Der QRS-Komplex entspricht der Kammererregung und fällt etwa mit Beginn der Anspannungsphase zusammen; die T-Welle zeigt die Rückbildung der Erregung. Das EKG bildet also elektrische Ereignisse ab, nicht die mechanische Kontraktion selbst. Erst nach der elektrischen Erregung setzt die mechanische Systole ein, was die zeitliche Verzögerung zwischen QRS und Herzton erklärt.

Häufige Missverständnisse
Oft wird angenommen, das Herz fülle sich durch aktives Ansaugen; tatsächlich strömt das Blut überwiegend passiv in die entspannten Kammern, unterstützt von der Vorhofkontraktion. Ebenso verwechselt man leicht Systole und Diastole: Systole bezeichnet die Kontraktionsphase, Diastole die Entspannungs- und Füllungsphase. Der erste Herzton markiert den Schluss der AV-Klappen, nicht das Öffnen der Taschenklappen. Auch die Reizleitung ist kein kontinuierlicher Impuls, sondern eine geordnete Kette mit Verzögerung am AV-Knoten. Schließlich gilt: Die Zyklusdauer verkürzt sich bei Belastung deutlich, weil sich die Frequenz erhöht, während die Phasenabfolge erhalten bleibt.

Fragen zur Wiederholung

Was passiert in der isovolumetrischen Anspannungsphase?

Die Kammern kontrahieren, doch alle Klappen sind geschlossen, sodass sich der Druck stark erhöht, ohne dass Blut ausgetrieben wird. Erst wenn der Kammerdruck den Druck in Aorta bzw. Pulmonalarterie übersteigt, öffnen sich die Taschenklappen und die Austreibung beginnt.

Welchen Ereignissen entsprechen die Herztoene?

Der erste Herzton entsteht durch den Schluss der AV-Klappen zu Beginn der Kammerkontraktion, der zweite durch den Schluss der Taschenklappen am Ende der Austreibungsphase. Die Töne markieren damit die Übergänge zwischen den Phasen des Herzzyklus.

Warum verzögert der AV-Knoten die Erregung?

Die kurze Verzögerung stellt sicher, dass die Vorhöfe ihre Kontraktion abschließen und die Kammern vollständig gefüllt haben, bevor diese selbst kontrahieren. Ohne diese Pause würde die Kammerkontraktion die Füllung vorzeitig unterbrechen und das Schlagvolumen verringern.