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Das Thema verstehen

Die Römische Republik bestand von etwa 509 v. Chr. bis 27 v. Chr. und ersetzte die Königsherrschaft durch ein System jährlich gewählter Magistrate, eines Senats und verschiedener Volksversammlungen. Sie entwickelte sich vom Stadtstaat Latiums zur dominierenden Macht des Mittelmeerraums, überstand schwere Krisen wie die Punischen Kriege und die Gracchen-Reformen und scheiterte schließlich an Bürgerkriegen, Machtkonzentration und dem Aufstieg Octavians zum ersten Kaiser.

Verfassung und Gewaltenteilung
Die römische Verfassung war nie ein einheitliches geschriebenes Dokument, sondern bestand aus Gewohnheiten, Gesetzen und Präzedenzfällen. Die Konsuln übten die Exekutive aus, konnten sich aber gegenseitig blockieren, was als Interzession bezeichnet wird. Der Senat besaß formal nur beratende Funktion, bestimmte in der Praxis jedoch Außenpolitik, Finanzen und Provinzverwaltung. Die Volksversammlungen wählten die Magistrate und beschlossen Gesetze; das Concilium plebis erließ nach den Ständekämpfen verbindliche Beschlüsse, die plebiscita. Ein zeitlich begrenztes Vetorecht der Volkstribune schützte Plebejer vor Übergriffen der Magistrate.

Die Ständekämpfe
Zwischen etwa 494 und 287 v. Chr. kämpften die Plebejer für politische Gleichberechtigung. Wichtige Etappen waren die Schaffung des Volkstribunats, die Verschriftlichung des Rechts in den Zwölf Tafeln und die Lex Hortensia von 287 v. Chr., die Beschlüsse der Plebejerversammlung für alle Bürger verbindlich machte. Danach galten Plebejer formal als rechtlich gleichgestellt, doch die politische Macht blieb weitgehend bei einer schmalen Nobilität, in die plebejische Familien nur allmählich aufstiegen. Die Gleichstellung betraf Bürger; Frauen, Sklaven und Bewohner ohne Bürgerrecht blieben ausgeschlossen.

Expansion und ihre Folgen
Rom kontrollierte zunächst die latinischen und italischen Bundesgenossen, die teils römisches Bürgerrecht, teils nur Bündnisstatus erhielten. Die Forderung nach Bürgerrecht für die Bundesgenossen löste den Bundesgenossenkrieg aus und führte danach zu einer weitgehenden Verleihung des Bürgerrechts. Die Eroberung des Mittelmeerraums brachte Beute, Sklaven und Reichtum, schwächte aber die Kleinbauern, deren Land in großen Latifundien aufging. Diese sozialen Verschiebungen nährten die Reformversuche der Gracchen und die späteren Bürgerkriege.

Vom Bürgerkrieg zum Prinzipat
Nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. kämpften seine Erben und Gegner um die Macht. Das zweite Triumvirat aus Octavian, Antonius und Lepidus wurde 43 v. Chr. gebildet und endete in Kämpfen untereinander. Octavian besiegte Antonius und Kleopatra in der Seeschlacht bei Actium 31 v. Chr. Im Jahr 27 v. Chr. legte er seine außerordentlichen Vollmachten nieder, erhielt den Ehrennamen Augustus und übernahm die Herrschaft als Prinzipat. Republikanische Ämter und der Senat bestanden formal weiter, die tatsächliche Macht lag jedoch beim Kaiser.

Fragen zur Wiederholung

Warum hatte Rom zwei Konsuln statt eines einzelnen Staatsoberhaupts?

Die Doppelung sollte eine Alleinherrschaft verhindern. Beide Konsuln hatten identische Vollmachten und konnten einander durch Einspruch blockieren. In akuten Gefahrenlagen konnte für maximal sechs Monate ein Diktator mit umfassender, aber zeitlich begrenzter Gewalt eingesetzt werden.

Was erreichten die Plebejer in den Ständekämpfen?

Sie erkämpften unter anderem das Volkstribunat mit Vetorecht, die Verschriftlichung der Gesetze in den Zwölf Tafeln und mit der Lex Hortensia von 287 v. Chr. die allgemeine Verbindlichkeit der Plebejerschlüsse. Die politische Führung blieb dennoch überwiegend in den Händen der Nobilität.

Warum gilt das Jahr 27 v. Chr. als Ende der Republik?

In diesem Jahr erhielt Octavian den Namen Augustus und ordnete die Herrschaftsverhältnisse neu, ohne die republikanischen Formen offiziell abzuschaffen. Die Entscheidungsgewalt ging auf ihn als Princeps über, womit das Prinzipat begann. Die Republik zerfiel damit schrittweise, nicht durch einen einzelnen formellen Akt.